The Chronicles of Spellborn

Ein MMORPG (wörtlich/deutsch: Massen-Mehrspieler-Online-Rollenspiel) und mein Mitredakteur meinte ich sollte es antesten? Ich, der überzeugte Rollenspielverächter und leidenschaftliche Command&Conquere oder Call of Duty Spieler. Na gut. Ich installierte also „The Chronicles of Spellborn“ und harrte der Dinge, die da kommen. Als erstes wird ein Patch mit heruntergeladen und die Installation dauert eine knappe dreiviertel Stunde. Während dessen hat man sich auch auf der TCoS-Homepage registriert. Also auf ins Geschehen und einen Charakter wählen. Zur Verfügung stehen hierbei die drei verschiedenen Klassen - Kämpfer, Zauberer oder Schurke - sowie jeweils die Auswahl zwischen Mensch und Daevi (Eine Art Halbdämon). Einen Unterschied der beiden Rassen sucht man jedoch vergebens. In allen drei Klassen kann man sich außerdem im Laufe des Spieles für eine von drei Unterklassen entscheiden. Eine Auswahl ob Gut oder Böse, ähnlich einem anderen bekannten Online-Rollenspiel, gibt es in TCoS jedoch nicht.

Bunt ist gegen langeweile

Bunt ist gegen langeweile

Nach der Charaktererstellung betrete ich einen „German Server“ und schwebe leicht ruckelnd, von einer mystischen Stimme in englischer Sprache begleitet, über die „Splitterwelt“ zu meiner Spielfigur, wo ich direkt vor meinem Kommandant zum Stehen komme. Dieser hält sogleich die ersten Quests für mich bereit. Bevor ich mich jedoch um diese kümmere, spreche den erstbesten Passanten an, der mir über den Weg läuft. Seltsamerweise öffnet sich ein Textfenster mit ebenfalls englischer Sprache. Habe ich den falschen Server betreten? Nein! Denn als ich wieder zum oben genannten Kommandant schreite, kommt ein gut leserlicher Text in deutscher Sprache zum Vorschein. Sehr schön. Spielen kann man also doch ohne Englischkenntnisse. Aber einige Patches sind wohl noch erforderlich um sämtliche Textstellen zu übersetzen. Des Weiteren gibt es noch Fehler in Ortsangaben. So wird in einem Quest die Adresse neben dem Geisterladen erwähnt, obwohl sich die gesuchte Stelle am Seelenladen befindet. (Beide Gebäude sind übrigens vorhanden.)

Noch englische Texte bei unwichtigen Gesprächen

Noch englische Texte bei unwichtigen Gesprächen

Die Steuerung bekomme ich sehr schnell in den Griff. Auch das Kampfsystem ist hervorragend. Die erlernten Kampftechniken werden auf einer Art Rolle platziert, welche sich nach der ersten Attacke dreht und den nächsten Angriff meiner Wahl aktiviert. Damit sind effektive und mächtige Kombos möglich. Abstriche muss man in TCoS allerdings bei der Performance machen. Die gesamte Welt macht grafisch einen wunderschönen Eindruck mit opulenten Lichteffekten ohne zu viel Schnickschnack. Für Abwechslung sorgt ein realistisch inszenierte Tag-Nachtwechsel. Dafür kommt es jedoch oft zu Rucklern, meist zwischen den Übergängen der verschiedenen Landstriche und eine weite Sicht vermisse ich ebenfalls. Im Ganzen wirkt die Welt leblos, vor allem in den Stadt- und Dorfzentren könnte mehr Aktivität vorherrschen. Zu meinem Bedauern fehlt mir auch ein wenig mehr Kommunikation. Damit ist nicht die Chatfunktion gemeint, sondern vielmehr die Sprachausgabe der virtuellen Figuren. Eine banale Begrüßung oder ein einfaches Danke nach erfolgreich beendetem Quest würde hier schon Wunder wirken. Die allgemeine Sounduntermalung ist aber passend und kommt in keinster Weise nervend rüber.

Questlog, Kampfsystem, Charaktereigenschaften

Questlog, Kampfsystem, Charaktereigenschaften

Die meisten Missionen beinhalten Botengänge von einer Seite der Stadt zur anderen oder die Dezimierung vom Wild in den Wäldern außerhalb der Stadt. Doch auch anspruchsvollere Quests müssen gemeistert werden, wie beispielsweise das Suchen verschiedener Bestandteile einer Stoffpuppe an Hand eines Rätseltextes.

Trotz der erwähnten Fehler bin ich als MMORPG-Verächter überaus angenehm überrascht und wundere mich, dass mir das Spiel wirklich Spaß macht. Ich ertappte mich sogar dabei, wie ich ernsthaft über einen Full-Account nachdachte. The Chronicles of Spellborn kann auf www.tcos.com kostenlos in Verbindung mit einem Free Account, der bis Level 7 (von 50) und 30 Tage gültig ist, heruntergeladen werden. Einen unbegrenzten Account bekommt man für 13 Euro im Monat.  (Herogeier)

Ich, mein Pet und die leblose Stadt

Ich, mein Pet und die leblose Stadt

Anschauen lohnt sich ;)

Comments (1)

barflyFebruar 27th, 2009 at 09:43

Hi Hero … mal wieder ein toller Bericht.
Na war doch klar des es dich auch irgendwan mal erwischen würde, hab ich doch immer gesagt. Naja für mich als Fan von Silkoraod ist ein kostenpflichtiges Spiel keine echte Alternative, monatlich 13 Euro ist schon ganz schön happig.
Zum Glück gibt’s ja auch ne mänge kostenloser MMORPG’s ;)

mfg barfly’

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